Jahr 2020

Vereinsaktivitäten Leben & Freiheit e.V. im Jahr 2020 

- Schnellüberblick durch Klick auf die einzelnen Fotos - Details und Beschreibungen zu den jeweiligen Terminen durch Scrollen nach unten -

24.12.2020 | Weihnachtsbrief

Öffentlicher Weihnachtsbrief des Vorstands Leben & Freiheit an die Vereinsmitglieder und Mitstreiter/innen der Bürgerinitiativen Siedelsbrunn und Ulfenbachtal. Der Brief enthält einen Rückblick auf die Aktivitäten im Jahr 2020 und einen Ausblick auf das Jahr 2021. Der Weihnachtsbrief wurde allen per E-Mail zugestellt und kann hier nachgelesen werden.


13.11.2020 | Einwendung gegen Vorhaben Windpark Etzean

Im Namen von Leben & Freiheit reichte der Vorstand Einwendungen gegen das Vorhaben Windpark Etzean der Fa. Juwi AG an das Regierungspräsidium Darmstadt ein (AZ: IV/DA43.1-53e 621-7/2-Etzean-1). Die Juwi Energieprojekte GmbH möchte auf den Etzean insgesamt 5 Windräder errichten. Die Einwendung kann hier eingesehen werden. Der ursprünglich vorgesehene Erörterungstermin vom 1. bis 3. Dezember 2020 wurde, bedingt durch Corona, auf den Zeitraum vom 7. bis 27. Januar 2021 verschoben und in eine Online-Konsultation umgewandelt. Der Vorstand wird daran teilnehmen.


September 2020 | Gebiet Flockenbusch

Das Gebiet Flockenbusch (2-24) wird zur Weißfläche erklärt. Dies wird von einem potenziellen Projektierer beklagt. Vorstand von Leben & Freiheit tauscht sich über die Chancen in Bezug auf eine mögliche Umwandlung des Gebiets in eine Ausschlussfläche für WEA mit politischen Vertretern und Mitglieder der Regionalversammlung aus SPD und ÜWG aus.


September 2020| Rotmilan-Horst in Tabuzone angezeigt (2/2)

Ergänzende Informationen zum Beitrag vom 8.6.2020 (siehe weiter unten auf dieser Seite): Entega als Betreiber blieb von sich aus untätig und hat nichts zum Schutz der erfolgreichen Brut und der Rotmilane unternommen. Darüber hinaus scheitere eine Klage eines Naturschutzverbandes vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt. Der Antrag auf einen Betriebsstopp der Anlagen auf dem Stillfüssel wurde sowohl vom Verwaltungsgericht Darmstadt (VG DA) als auch, in zweiter Instanz (Beschwerde), vom Verwaltungsgerichtshof Kassel (VGH) abgelehnt. Die Gerichte nannten als Hauptgrund für ihre Ablehnung eine fehlende Raumnutzungsanalyse für 2020, die vom Kläger hätte vorgelegt werden müssen. Leben & Freiheit unterstützte den Antrag auf Betriebsstopp u.a. mit Spenden, die für die Anfertigung von zwei Gutachten (Dr. Marion Gschweng vom 23.04.2020 - siehe weiter unten auf diese Seite - und Prof. Dr. Michael Wink vom 16.06.2020) verwendet wurden. [Hinweis: Um den Standort des Horstes nicht zu gefährden, wurden Textpassagen in den einzelnen Gutachten jeweils geschwärzt). 


2.7.2020 | Vogelbeobachtungen Brutsaison 2020
Im Zeitraum vom 8. März bis einschließlich 2. Juli 2020 gelangen unserer Vogelgruppe insgesamt 39 Schwarzstorch-, 60 Rotmilan-, 3 Schwarzmilan-, 47 Mäusebussard- und 6 Graureiher-Sichtungen rund um den Höhenrücken Stillfüssel bei Wald-Michelbach zu kartieren. Die Kartierungen wurden mit umfangreichen Foto- und Videomaterial dokumentiert. Ein Zusammenschnitt daraus ist dem nachfolgenden Video zu entnehmen. Die Kartierungen und Eidesstattlichen Versicherungen wurden u.a. Naturschutzverbänden zur Verfügung gestellt, um deren Anträge und Vorhaben am Verwaltungsgericht Darmstadt zu unterstützen. 

14.6.2020 | Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung | Artikel "Kampf gegen Windmühlen"

Die FAZ Sonntagszeitung veröffentlicht einen sehr lesenswerten Artikel über Vera Krug, Vorsitzende von Leben & Freiheit e.V., auf Seite 5 ihrer Ausgabe vom 14. Juni 2020. Der  Artikel von Tobias Schrörs schildert eindrucksvoll die letzten vier Jahre im "Kampf gegen Windmühlen" von Vera Krug und ihrer Unterstützer in Wald-Michelbach. Der Autor geht dabei der Frage nach, warum die Windkraft so viel Widerstand weckt und sich selbst die entlegensten Landstriche politisieren. Vera Krug mag beispielhaft für viele engagierte Naturschützer in ganz Deutschland stehen, die sich für den Schutz der Natur und bedrohter Arten einsetzen. Ihre Erfahrungen im "Kampf gegen Windmühlen", die Auseinandersetzung mit Gegner aus Wirtschaft und Politik, die nicht nur übermächtig erscheinen, sondern es auch tatsächlich sind, teilen sicherlich viele Umweltschützer. Interessant: während der Fotoaufnahmen des FAZ-Fotografen Frank Röth überflog ein Schwarzstorch den Höhenrücken Stillfüssel. Seine Flugroute führte ihn zwischen zwei Windrädern hindurch. Frank Röth wurde damit Augenzeuge einer Tatsache, die vom Regierungspräsidium Darmstadt seit vielen Jahren einfach negiert wird. 


8.6.2020 | Rotmilan-Horst in Tabuzone angezeigt (1/2)

Leben & Freiheit informiert den Bürgermeister der Gemeinde Wald-Michelbach, Dr. Sascha Weber, über den Fund eines Rotmilan-Horstes der sich im Tabubereich der Windenergieanlagen am Stillfüssel befindet (in rund 800 Meter Entfernung vom WEA 2). Das Foto belegt die erfolgreiche Brut. Nun gilt es, geeignete Maßnahmen seitens des Betreibers Entega und der zuständigen Untereren Naturschutzbehörde (UNB, Kreis Bergstraße) zu ergreifen, um das Rotmilan-Paar bei ihren Fütterungsflügen zu schützen. Eine Abschaltung der Anlagen in der Phase der Brut- und Fütterungszeit ist dringend geboten. Dr. Weber sicherte zu, sowohl die Behörde als auch den Betreiber direkt zu informieren. Leben & Freiheit hofft darauf, dass der Betreiber Entega freiwillig die dringend notwendigen Schritte für den Schutz durch entsprechende Abschaltung der Anlagen veranlasst. Leben & Freiheit unterstützt einen klagebefugten Umweltverband bei seiner Klage auf Betriebsstoppp vor dem Verwaltungsgericht Darmstadt. Vera Krug stellte hierzu zahlreiche Kartierungen inklusive Fotodokumentationen in Form einer Eidesstattlichen Versicherung zur Verfügung (hier klicken). Ein Vertreter der Untereren Naturschutzbehörde wurde von Vereinsmitgliedern vor Ort im Empfang genommen und in die Nähe des Horstes zur Begutachtung geführt. Darüber hinaus beteiligte sich der Verein durch Spenden an den Kosten für Rechtsanwälte und die beauftragte Gutachterin, Dr. Marion Geschweng, die den Horst und die erfolgreiche Brut am 23.04.2020 bestätigte (hier klicken). Um den Standort des Horstes nicht zu gefährden, wurden bestimmte Textpassagen im Gutachten geschwärzt.   

 

Nachrichtlich (Kenntnisstand 5. August 2020): Es wurden bisher noch keine Maßnahmen zum Schutz des Rotmilan-Horstes seitens des Betreibers Entega und/oder der Unteren Naturschutzbehörde, in der Zuständigkeit von Carsten Krug (SPD), eingeleitet!


 

25.4.2020 | Aktion Streuobstwiese

Gleich mehrere Vereinsmitglieder beteiligten sich aktiv an der diesjährigen Gemeinschaftsaktion, Bäume auf Streuobstwiesen von Misteln zu befreien. Es wurden u.a. Obstbäume ober- und unterhalb des Boschweges in Siedelsbrunn gepflegt, gestutzt und geschnitten. Darüber hinaus wurden in diesem Jahr auch zwei neue Obstbäume eingepflanzt. Eine schöne Aktion, die einmal jährlich durch die Nabu-Ortsgruppe in Siedelsbrunn ausgerufen wird. Federführend ist hier unser Vereinsmitglied Alfred Wolf aktiv, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Nabu-Ortgruppe in Siedelsbrunn ist.


2.3.2020 | Vorstand leitet BI-Versammlung
Die Vorsitzenden des Vereins Leben & Freiheit leiten die BI-Versammlung Siedelsbrunn & Ulfenbachtal am 2. März 2020 in Siedelsbrunn, Gasthaus Deutsches Haus. Schwerpunktthemen: Aktuelle Verfahrensstände Stillfüssel (Genehmigung/Baustopp), Rückblick und Ausblick  auf Aktivitäten, richtige Erfassung von Kartierungen, Austausch zu aktuellen Themen.  

21.2.2020 Naturschutz-Akademie Hessen
Unser Vereinsmitglied Vera Krug hat an der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar ein Einstiegsseminar für die Anwendung "Multibase CS Home" erfolgreich absolviert. Die Software dient der Artenerfassung. In dem eintätigen Seminar wurden die Kenntnisse vermittelt, die für die Bedienung der Software und die Erfassung von Vogelbeobachtungen grundlegend sind. Eine entsprechende Nutzungsvereinbarung wurde im Anschluss geschlossen und ermöglicht es, Kartierungen im System ordnungsgemäß zu erfassen.   

19.2.2020 | Vortrag
Vera Krug, Vorsitzende des Vereins Leben & Freiheit, informiert den Vorstand des Vereins Lebenswerter Odenwald über die aktuellen Verfahrensstände am Stillfüssel und über die Zielsetzungen und Aktivitäten unseres Vereins. Beide Vereine setzen sich für den Schutz und Erhalt der Natur ein und tauschen sich in regelmäßigen Abständen untereinander aus. Darüber hinaus werden gemeinsame Aktionen für die Vogelbeobachtung abgestimmt.   

2.2.2020 Mahnwache in Breuberg
Zahlreiche Vereinsmitglieder von Leben&Freiheit e.V. unterstützten die Mahnwache der Bürgerinitiative Breuberg, die sich gegen die Errichtung von 10 Windindustrieanlagen mitten in intakten Waldgebieten stellt. Das Planungsgebiet gehört der BoFrost-Stiftung, künftiger Betreiber soll die Juwi AG sein. Mehr als 200 besorgte Bürger fanden sich am "Roten Buckel" in Rai-Breitenbach ein, um sich auf den neuesten Stand zu bringen. 

1.2.2020 | Dritte Vorführung "End of Landschaft"
Die ersten beiden Veranstaltungen im November des vergangenen Jahres waren sehr gut besucht. Grund genug, sich für eine dritte Vorführung der Kinodokumentation "End of Landschaft - Wie Deutschland sein Gesicht verliert" im Kommunalen Kino der Gemeinde Wald-Michelbach zu entscheiden. Auch diese Veranstaltung war sehr gut besucht. Leben & Freiheit e.V. dankt dem Journalisten und Filmemacher Jörg Rehmann für seine Dokumentation über die deutsche Energiewende, abseits der fernsehüblichen Berichterstattung. Der Film emotionalisiert, macht die Zuschauer betroffen und regt zur Diskussion an. Dies war bei allen drei Veranstaltungen deutlich spürbar. Die Vorführreihe in Wald-Michelbach endet damit zunächst, was allerdings nicht bedeutet, dass es sich um die letzte Vorführung gehandelt hat. Der Dokumentarfilm soll auch in anderen Gemeinden gezeigt werden. So unterstützt Leben & Freiheit e.V. aktuell die Organisation einer Vorführung in Rothenberg. Informationen folgen, sobald der Termin feststeht.      

23.1.2020 | Demonstration in Rothenberg 
Geschätzte 300 Teilnehmer sind trotz empfindlicher Kälte zur der ersten Demonstrationen nach Rothenberg gekommen. Den Aufruf dazu startete die neu gegründete Bürgerinitiative Rothenberg. Viele Vertreter aus den umliegenden Gemeinden sind angereist. Leben & Freiheit e.V. organisierte die Veranstaltung im Vorfeld mit und war mit zahlreichen Vereinsmitgliedern vor Ort. Vera Krug begrüßte zu Beginn der Demonstration und übergab das Megafon an Horst Schnur (Landrat a.D. Odenwaldkreis von 1991 bis 2009), der immer wieder von Applaus und Trommelwirbel unterbrochen wurde. Es war ein starker Anfang und hat mit Sicherheit sowohl bei den Bürgern als auch bei den Waldbesitzern und Projektierern Eindruck hinterlassen. Die Projektierer haben die Auseinandersetzung gescheut und ihre Abendveranstaltung im Gasthaus "Frischen Quelle", die das Ziel von Pachtabschlüssen mit Grundstücksbesitzern hatte, kurzfristig abgesagt. [Mehr erfahren: Berichte in Neckartal-Nachrichten vom 24.1.2020 und vom 1.2.2020] Selbstredend wird das nicht das Ende der Bemühungen der künftigen Betreiber sein. Schon jetzt wird Druck auf die einzelnen Wald- und Grundstücksbesitzer ausgeübt. Die Masche dabei mündet in der immer gleichen Aussage: "Ihr Nachbar hat bereits unterschrieben". Davon sollte sich niemand beeindrucken lassen und kühlen Kopf behalten. Kurzfristig lockt vielleicht das Geld durch eine Pachteinnahme für die Zuwegung, die vielleicht einen schönen Urlaub ermöglicht. Dafür ist die Heimat auf die nächsten 20 Jahre allerdings ruiniert wie eindrucksvoll auf der Informationsveranstaltung am 17.1.2020 (siehe vorheriger Bericht auf dieser Seite) erläutert wurde.

Nachtrag: Am 29.1.2020 bezieht die Stadt Oberzent klar Stellung zu dem geplanten Windkraftausbau und lehnt diesen mehrheitlich ab [Mehr erfahren: PM BI Beerfelden-Rothenberg vom 31.1.2020].

Ergänzend: Über die Demonstration in Rothenberg und die deutsche Energiewende erschien am 10. März 2020 ein Artikel im Wall Street Journal von Ruth Bender. Hier klicken       


17.1.2020 | Vortrag über Auswirkungen der Windkraft auf die Natur und das Zusammenleben der Bevölkerung
Im Rahmen einer Informationsveranstaltung am 17. Januar 2020 in Rothenberg (19.00 Uhr im Gasthaus "Zum Hirsch") informierte unsere Vereinsvorsitzende Vera Krug als geladene Zeitzeugin über die Auswirkungen des Windparks Stillfüssel auf die Natur und das Zusammenleben der betroffenen Bevölkerung. Sie forderte die Grundstückseigentümer dazu auf, ihr Gelände nicht zu verpachten. "Wir wollen das Klima retten, aber nicht durch Naturzerstörung vor Ort". Der Informationsabend wurde von der Bürgerinitiative "Gegenwind Beerfelden-Rothenberg" veranstaltet. Rund 100 interessierte Gäste nahmen daran teil. Hintergrund: Aktuell laufen die Planungen für die Errichtung von 13 Windrädern auf der Hirschhorner Höhe (Artikel Starkenburger Echo vom 10.1.2020). In den vergangenen Wochen war durchgesickert, dass interessierte Firmen an die Bürger herangetreten sind, um für den Bau notwendige Flächen zu pachten. An die Grundstückseigentümer wurde appelliert, nicht den kurzfristigen Profit zu sehen, sondern die langfristigen Auswirkungen (Berichte über die Veranstaltung hier und noch einmal hier).

10.1.2020 | Anfrage zur geplanten Quellsanierung am Krötenbrunnen gestellt
Im Investitionsplan der Gemeinde Wald-Michelbach für das Jahr 2020 sind rund 120.000 € für Quellsanierungen vorgesehen. Laut unseren Informationen handelt es sich dabei um die Quelle am Krötenbrunnen. Dafür sollen durch den Hessenforst umfangreiche Abholzungen in Abstimmung mit der Gemeinde vorgesehen sein. Der Verdacht liegt nahe, dass eine plötzlich notwendig gewordene Quellsanierung am Krötenbrunnen auch mit den Windrädern auf dem Stillfüssel im Zusammenhang stehen könnten. Die schweren Fundamente der Windräder können Einfluss auf den Wasserzulauf haben. Offensichtlich wird weniger Wasser gefasst als in den Vorjahren. Der Krötenbrunnen ist für die Trinkwasserversorgung der Gemeinde von hoher Bedeutung. Ebenso muss die Frage erlaubt sein, welches Ausmaß die geplanten Rodungen im Gebiet des Krötenbrunnen haben könnten und wer davon profitieren könnte? Dazu wurde am 10.1. eine Anfrage an die Gemeinde gestellt. Das Eiterbachtal bietet zahlreichen Vogelarten hervorragende Nahrungs-, Brut- und Nistmöglichkeiten. Es gilt, diesen verbliebenen Lebensraum, der durch den Bau der Windräder ohnehin schon massiv geschädigt wurde, zu erhalten und nicht weiter einzuengen. Nach einem Gespräch am 6. Februar mit Vertretern der Gemeinde wurde darauf verwiesen, dass noch keine konkreten Planungen vorhanden seien. Diese lägen erst nach dem ersten Quartal 2020 vor. Unser Verein wird dieses Vorhaben weiter kritisch begleiten.    
Share by: